Aktuelles

Die Graduiertenakademie

Stellungnahme der Promovierendenvertretung

Nachdem – sowohl seitens der Landesregierung als auch seitens großer Forschungsmittelgeber – lange gefordert wurde eine Graduiertenakademie an der TU Clausthal einzurichten, hat die Androhung empfindlicher Mittelkürzungen seitens des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der letzten Zielvereinbarung schließlich dazu geführt, dass seit Ende des letzten Jahres eine Graduiertenakademie an der TU Clausthal existiert. Alle eingeschriebenen Doktoranden und Doktorandinnen sind automatisch Mitglied. Geregelt wird dies über die neue Promotionsordnung.

Über die Einrichtung der Graduiertenakademie wird zunächst nur eine Anlaufstelle für die Doktorandinnen und Doktoranden der TU Clausthal geschaffen, die sowohl den Promovierenden als auch den Betreuern und Betreuerinnen Hilfestellungen für eine strukturierte Promotion geben soll. Darüber hinaus soll die Graduiertenakademie über Kursangebote und weitere Maßnahmen, wie Leitfäden oder Empfehlungen, die Promotionsbestrebungen unterstützen. Auch die Vernetzung der Promovierenden soll gefördert werden, wozu in einem ersten Schritt über die Einführung eines jährlichen Promovierendentages nachgedacht wird.

Der Rat der Graduiertenakademie soll laut Ordnung (http://www.tu-clausthal.de/hv/d5/vhb/system6/6_60_51.pdf) unter anderem "Empfehlungen zur Einrichtung und Fortschreibung strukturierter Promotionsprogramme" geben. Dies birgt gewissen Sprengstoff, da hier ohne Weiteres festgelegt werden kann, dass während der Promotion eine bestimmte Anzahl an SWS über Kurse an der Graduiertenakademie abgeleistet werden muss. Dies kann auch so weit gehen, dass festgelegt wird, dass z.B. eine bestimmte Anzahl an Kursen am ZHD oder auch im Bereich der sozialen Fähigkeit belegt werden müssen. Dies wäre ein massiver Eingriff in die fachliche Ausbildung und die Autonomie der Promovierenden und würde den schon jetzt engen Zeitplan der Promovierenden zusätzlich verknappen.

Ob eine solche Regelung kommen wird, ist nicht geklärt und bisher gibt es sie nicht. Es gibt allerdings Akteure an der Uni, die eine derartige Doktorandenausbildung befürworten und vorantreiben. An der Aufnahme eines solchen passus in die promotionsordnung lässt sich zumindest ablesen, dass keine generelle Ablehnung verpflichtender Kurse herrscht.

Wir als Promovierendenvertretung stellen uns klar gegen eine derart unflexible und institutionalisierte Vorgehensweise, schränkt sie doch alle Beteiligten in ihrer Freiheit ein. Das Ziel, die Promovierenden vor dem ungleichen Machtverhältnis bezüglich ihres Betreuers bzw. ihrer Betreuerin zu schützen, lässt sich so nicht erreichen, zumal dieses Ungleichgewicht durch die Tatsache, dass die Arbeit durch den Betreuer bzw. die Betreuerin bewertet wird, begründet ist, an der auch eine Graduiertenakademie nichts ändern wird. Das Ziel, eine qualitätsgesicherte und strukturierte Doktorandenausbildung zu gewährleisten, die auch für die Landesregierung und externe Drittmittelgebern sichtbar ist, muss und kann auf anderem Weg erreicht werden. Ein Weg könnte es sein, die Promotionsvereinbarungen von der Graduiertenakademie prüfen zu lassen und eine unverbindliche Empfehlung abzugeben

Unser Ziel ist es, dass Promovierende die Möglichkeit bekommen eine bestimmte Anzahl an SWS auf eigenen Wunsch in ihre Promotionsvereinbarung festschreiben zu lassen. Mindestens für die Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen müssten die Promovierenden dann von ihrem Betreuer bzw. ihrer Betreuerin freigestellt werden.

Die neue Promotionsordnung

Was ändert sich?

Im vergangenen Herbst 2016 wurde von den drei Fakultäten der TU Clausthal eine neue Promotionsordnung beschlossen. Diese gilt für alle neu angenommenen Doktoranden ab dem 15.11.2016. Darüber hinaus werden ALLE Doktoranden, die bisher nach der Vorgängerordnung von 2012 promoviert haben, automatisch in die neue Ordnung übernommen. Jeder Doktorand, der ursprünglich nach der 2012er-Ordnung von den Fakultäten angenommen wurde, hat jedoch die Möglichkeit beim Einreichen der Dissertation einen Antrag auf Rückführung in die alte Promotionsordnung zu stellen. Alle Doktoranden, die nach älteren Ordnungen promovieren (vor 2012) bleiben von der Überführung in die neue Ordnung unberührt.

Die Überarbeitung der Promotionsordnung wurde im Wesentlichen durch den Wegfall der NTH nötig und erfolgte auch unter Beteiligung der Promovierendenvertretung. Neben einer Reihe von formalen Änderungen wurde die neu gegründete Graduiertenakademie in der Promotionsordnung verankert. Dies hat zur Folge, dass alle Doktoranden, die nach der neuen Ordnung von 2016 promovieren, automatisch Mitglied der Graduiertenakademie sind. In Bezug auf nähere Details verweist die Promotionsordnung jedoch auf die Ordnung der Graduiertenakademie.

Wir empfehlen allen Doktoranden, sich eingehend mit der neuen Promotionsordnung vertraut zu machen. Diese findet ihr unter folgendem Link:

http://www.tu-clausthal.de/hv/d5/vhb/system6/6_60_01.pdf

 

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